Im Klever Tiergarten lassen sich regelmäßig 20 bis 30 wildlebende Vogelarten beobachten – darunter auch mehrere, die auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen. Bei einem Spaziergang durch den Tiergarten erzählt WDR-Reporter Kai Toss, der seit Jahrzehnten über Naturthemen am Niederrhein berichtet, welche Vogelarten den Zoo als Lebensraum nutzen – und warum sie sich von ihm teilweise sogar angezogen fühlen.
Wer an einem Frühlingsmorgen den Tiergarten Kleve besucht, wird schon am Eingang zahlreiche Gesänge heimischer Vogelarten hören: Der winzig kleine Zaunkönig schmettert seine Melodie in einer Lautstärke vor sich hin, die man einem nur 10 Gramm leichten Vogel nicht zutrauen würde. Haussperlinge tschilpen und hoffen auf ein paar herunterfallende Kekskrümel der Besucher. Die Singdrossel geht regelmäßig vor der Rasenfläche der Zwergziegen auf Würmerjagd und der unscheinbar olivgrüne Zilpzalp ruft aus dem angrenzenden Gebüsch seinen Namen: „Zilpzalp, Zilpzalp, zilpzalp.“
Mittlerweile im Bestand gefährdet: Rauchschwalben und Teichhühner brüten im Tiergarten
In den vergangenen Jahren sind die Bestände von einst allgegenwärtigen und sehr häufigen Vogelarten teilweise drastisch zurückgegangen. Rauchschwalben und Teichhühner mussten in Nordrhein-Westfalen deshalb in die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten in der Kategorie „gefährdet“ aufgenommen werden. Die Gründe liegen im Falle der Rauchschwalben in der intensiven Landwirtschaft und im Fall des Teichhuhns wahrscheinlich im Verlust geeigneter Bruthabitate begründet. Im Klever Tiergarten hingegen gibt es dutzende Brutpaare beider Arten. Bei der Führung können die Besucher mit etwas Glück die ersten Teichhuhn-Küken im Bereich der Wassergräben beobachten. Derweil werden die Rauchschwalben in den zahlreichen kleinen Ställen des Tiergartens noch in den Lehmnestern auf ihren Eiern sitzen.
Weißstörche nisten am Wirtschaftshof des Tiergartens
Seit mehr als zehn Jahren brütet jeweils ein Paar Weißstörche im Tiergarten Kleve. Das Nest befindet sich in einem Baum auf dem Wirtschaftshof. Im Rahmen der Führung können die Besucher das Nest aus nächster Nähe beobachten, vielleicht werden die Jungstörche dann schon über die Nestkante hinaus zu beobachten sein. Mittlerweile sind Störche am Niederrhein wieder flächendeckend vertreten. Das ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Nach dem Aussterben der Tiere in unserer Region 1947 kehrte das erste Paar Mitte der 90er Jahre nach Zyfflich zurück. Mittlerweile gibt es laut Nordrhein-Westfälischer Ornithologengesellschaft in NRW wieder gut 1000 Brutpaare. Und eines davon lebt im Tiergarten Kleve.









