Im Tiergarten Kleve gibt es erneut besonderen Nachwuchs: Am 3. Mai 2026 wurde im E-Center Schroff-Afrikaterrarium ein Kurzohrrüsselspringer geboren. Mutter des Jungtieres ist Rüsselspringerweibchen Roswitha, Vater ist Rüsselspringermännchen Martin. Der kleine Nachwuchs entwickelt sich bislang sehr gut und erkundet bereits neugierig seine Umgebung, die er sich nicht nur mit seinen Eltern, sondern auch mit den Spaltenschildkröten Lydia und Yoshi teilt. „Wir freuen uns sehr über diese erneute erfolgreiche Nachzucht“, erklärt Tiergartenleiter Dr. Martin Polotzek. „Kurzohrrüsselspringer werden nur in wenigen zoologischen Einrichtungen Europas gehalten und noch deutlich seltener erfolgreich gezüchtet. Daher ist jedes Jungtier ein wichtiger Erfolg für die Haltung und Erforschung dieser außergewöhnlichen Tierart.“
Der Tiergarten Kleve zählt inzwischen zu den wenigen Zoos in Europa, die Kurzohrrüsselspringer regelmäßig nachzüchten. Mit aktuell drei Zuchtpaaren verfügt der Familienzoo am Niederrhein zudem über eine der größten Rüsselspringerpopulationen in menschlicher Obhut weltweit. „Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren intensiv mit der Haltung und Erforschung von Rüsselspringern und konnten dadurch viel Erfahrung sammeln“, so Dr. Polotzek, der bereits seine Diplomarbeit über diese faszinierende Tierart geschrieben hat, weiter. „Dass wir mittlerweile regelmäßig Nachwuchs bekommen, ist ein großer Erfolg für unsere Tierpflege und unsere langjährigen Bemühungen in der Rüsselspringerforschung.“ Die besonderen Zucht- und Forschungsergebnisse waren auch der Grund, warum kürzlich erst eine Delegation der Harvard University nach Kleve reiste, um in den Erfahrungsaustausch mit dem Tiergarten Kleve zu treten.
Kurzohrrüsselspringer gehören trotz ihres mausähnlichen Aussehens zoologisch betrachtet nicht zu den Nagetieren, sondern sind entfernte Verwandte von Elefanten und Seekühen. Ihren Namen verdanken sie der beweglichen, rüsselartigen Nase, mit der sie gezielt nach Insekten suchen. Die monogamen Tiere leben ursprünglich in trockenen Regionen Afrikas und ernähren sich vor allem von kleinen Wirbellosen wie Insekten und Spinnen, aber auch Sämereien stehen gelegentlich auf dem Speiseplan. Besonders außergewöhnlich ist die Entwicklung der Jungtiere: Rüsselspringer sind sogenannte Nestflüchter. Bereits kurz nach der Geburt sind sie vollständig behaart, haben geöffnete Augen und sehen ihren Eltern im Miniaturformat erstaunlich ähnlich. Dadurch können sie schon früh selbstständig ihre Umgebung erkunden.












