Im Tiergarten Kleve gibt es erneut erfreulichen Nachwuchs: Am 5. Juni 2026 wurde bei den Zwergseidenäffchen ein Jungtier geboren. Eltern des kleinen Affen sind Weibchen Anuk und Männchen Luk, die gemeinsam mit ihren älteren Nachkommen in einer Familiengruppe leben. Das Jungtier entwickelt sich bislang sehr gut und sorgt bereits für große Begeisterung bei den Tierpflegerinnen und Tierpflegern. „Wir freuen uns sehr über diesen Nachwuchs“, erklärt Tiergartenleiter Dr. Martin Polotzek. „Zwergseidenäffchen gehören zu den kleinsten Primaten der Welt und zeigen ein außergewöhnliches Familienleben. Gerade die Aufzucht des Nachwuchses ist bei dieser Art eine echte Gemeinschaftsaufgabe.“
Anders als bei vielen anderen Affenarten übernimmt nach der Geburt vor allem das Männchen einen Großteil der Betreuung. Vater Luk trägt das Jungtier nahezu den ganzen Tag auf seinem Rücken und bringt es nur zum Säugen zur Mutter. Auch die älteren Geschwister beteiligen sich aktiv an der Aufzucht und übernehmen immer wieder die Betreuung des jüngsten Familienmitglieds. „Dieses ausgeprägte Sozialverhalten macht Zwergseidenäffchen für unsere Besucherinnen und Besucher besonders spannend“, erläutert Dr. Polotzek. „Es ist schön zu beobachten, wie die gesamte Familie gemeinsam Verantwortung für den Nachwuchs übernimmt. Gerade die älteren Geschwister sammeln dabei wichtige Erfahrungen für ihre spätere eigene Familiengründung.“
Zwergseidenäffchen stammen ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern des Amazonasbeckens in Südamerika und gelten mit einer Körperlänge von lediglich etwa 12 bis 15 Zentimetern als kleinste Affenart der Welt. Charakteristisch sind ihre langen Krallen, mit denen sie geschickt an Baumstämmen klettern können. Mit ihren spezialisierten Schneidezähnen ritzen sie Baumrinden an, um an Pflanzensäfte zu gelangen, die einen wichtigen Bestandteil ihrer Nahrung bilden. Ergänzt wird der Speiseplan durch Insekten, Früchte und Nektar. Aufgrund der fortschreitenden Zerstörung ihres Lebensraumes werden Zwergseidenäffchen von der International Union for Conservation of Nature (IUCN) auf der Roten Liste als „gefährdet“ eingestuft. Die Abholzung der tropischen Regenwälder, die zunehmende Zerschneidung ihrer Lebensräume sowie der illegale Wildtierhandel setzen den Beständen in der Natur zunehmend zu. Zoologische Gärten wie der Tiergarten Kleve leisten daher durch die Haltung und Zucht sowie ihre Bildungsarbeit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Art und zur Sensibilisierung für den Schutz der tropischen Regenwälder.








