„Wir freuen uns sehr, dass wir nach fünf Jahren wieder Goldfasan-Nachwuchs im Tiergarten begrüßen dürfen“, erklärt Tiergartenleiter Dr. Martin Polotzek. „Gerade nach dem Verlust unserer bisherigen Henne war es uns wichtig, die Zucht dieser wunderschönen Vogelart fortzuführen. Dass die beiden neuen Hennen bereits im ersten Jahr erfolgreich Küken aufziehen, ist ein toller Erfolg.“ Noch haben die kleinen Goldfasane allerdings wenig mit ihren prächtig gefärbten Eltern gemeinsam. Die Küken sind vollständig braun gefärbt und dadurch hervorragend getarnt. Erst im Laufe der kommenden Monate entwickelt sich nach und nach das arttypische Federkleid. Vor allem die Hähne zeigen später ihre leuchtend goldgelben, roten und orangefarbenen Schmuckfedern, für die Goldfasane weltweit bekannt sind.
Goldfasane stammen ursprünglich aus den Bergwäldern Zentralchinas und gehören zu den auffälligsten Hühnervögeln der Welt. Vor allem die Hähne beeindrucken mit ihrem goldgelben Schopf, dem kräftig roten Körpergefieder und dem langen, kunstvoll gezeichneten Schwanz. Die deutlich unauffälliger gefärbten Hennen sind hingegen hervorragend getarnt und können ihren Nachwuchs dadurch sicher im Unterholz führen. „Die Küken sind sogenannte Nestflüchter“, erläutert Dr. Polotzek. „Bereits kurz nach dem Schlupf verlassen sie das Nest und folgen ihrer Mutter selbstständig durch die Anlage. In den ersten Lebenswochen lernen sie von ihr, welche Nahrung geeignet ist und wie sie sich bei Gefahr verhalten müssen.“
In ihrer natürlichen Heimat leben Goldfasane überwiegend am Boden und ernähren sich von Samen, Früchten, Beeren, Insekten und anderen kleinen Wirbellosen. Bei Gefahr flüchten sie meist laufend ins dichte Unterholz und nutzen ihre Flugfähigkeit nur auf kurzen Strecken. Obwohl Goldfasane in ihrer ursprünglichen Heimat regional unter Lebensraumverlust leiden, werden sie weltweit häufig in zoologischen Gärten und privaten Haltungen gepflegt. Zoos tragen dazu bei, die Art langfristig zu erhalten und Besucherinnen und Besuchern die Vielfalt der Vogelwelt näherzubringen. „Gerade farbenprächtige Vogelarten wie der Goldfasan begeistern viele Gäste und bieten gleichzeitig einen guten Anlass, über den Schutz von Lebensräumen und die Vielfalt der Natur zu sprechen“, so Dr. Polotzek. „Der erneute Zuchterfolg zeigt außerdem, dass sich unsere Tiere im Tiergarten Kleve wohlfühlen und optimale Bedingungen vorfinden.“
Die fünf Küken entwickeln sich bislang sehr gut und sind bereits gemeinsam mit ihren braun gefiederten Müttern in der großen Flugvoliere unterwegs. Mit etwas Geduld können Besucherinnen und Besucher beobachten, wie die kleinen Goldfasane neugierig ihre Umgebung erkunden – auch wenn ihr später namensgebendes Gold derzeit noch vollständig unter einem braunen Jugendgefieder verborgen ist.
Der Tiergarten Kleve ist im Juli und August donnerstags bis sonntags von 9 bis 21 Uhr geöffnet, wobei die Abendstimmung besonders gute Momente bietet, die zahlreichen Jungtiere zu beobachten. Außerdem wartet donnerstags bis sonntags ab 18 Uhr ein täglich wechselndes Live-Programm auf die Tiergartengäste. Montags bis mittwochs gelten die regulären Öffnungszeiten von 9 bis 18 Uhr. Weitere Informationen unter www.tiergarten-kleve.de