Heute wurde die diesjährige Kampagne im Zoo Dresden der Öffentlichkeit vorgestellt. Als prominenter Schirmherr der Kampagne betont der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer die zentrale Rolle des Artenschutzes: „Der Kronenkranich ist mehr als ein faszinierender Vogel – er ist ein Glücksbote, ein Symbol für Frieden und ein sensibler Gradmesser für den Zustand unserer Natur. Sein Schutz erinnert uns daran, dass der Erhalt der Artenvielfalt und intakter Lebensräume eine gemeinsame Verantwortung ist, die weit über Ländergrenzen hinausreicht. Mit dem Zootier des Jahres 2026 geben wir diesem besonderen Botschafter eine starke Stimme.“
Kronenkraniche erreichen eine imposante Flügelspannweite von zwei Metern. Sie leben südlich der Sahara in Afrika. Als Glücksboten und Wächter über die Gesundheit der Menschen und des Viehs werden sie in vielen Kulturen der Sahelzone verehrt. In Uganda ziert der Kronenkranich als Wappentier sogar die Nationalflagge und gilt als Symbol für Fortschritt und Frieden, in Ruanda und Burundi steht er für Glück und Reichtum. Als besonders talentierte Heuschreckenjäger helfen Kronenkraniche, die Entstehung riesiger Wanderheuschreckenschwärme, die ganze Ernten vernichten können, einzudämmen. Vogelbeobachter aus aller Welt reisen nach Afrika, um diesen imposanten Vogel in seinem natürlichen Lebensraum zu erleben. Nicht zuletzt trägt der Kronenkranich dadurch zum Einkommen vieler afrikanischer Familien bei.
Die charismatische Kranichart ist jedoch durch Lebensraumverlust, die Zerstörung von Feuchtgebieten und menschliche Eingriffe in ihre natürlichen Lebensräume zunehmend gefährdet. Auch der verstärkte Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft, die Kollision mit Stromleitungen, der illegale internationale Wildtierhandel und die direkte Bejagung durch den Menschen zur Verwendung als Nahrungsmittel oder zur Haltung als „Dekoobjekte“ in Haus- und Hotelgärten tragen dazu bei, dass die Kronenkranichbestände in vielen Regionen Afrikas seit Jahren zurückgehen. So nahm die Zahl der Kronenkraniche etwa in Ostafrika in den letzten 40 Jahren um 80% ab. In Tansania, gut drei Mal so groß wie Deutschland, leben nur noch ca. 2.000 Vögel.







