Guerteltier
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10.01.2022 Tiergarten -Foto A.Gossens (133)
Przewalski

Rekordsumme für bedrohte Panzerechsen

„Zootier des Jahres“- Kampagne bringt mehr als 150.000 Euro ein – Tiergarten Kleve leistet ebenfalls einen Beitrag zur Rekordsumme

Ein Rekord-Erfolg für den Artenschutz: Die „Zootier des Jahres“ – Kampagne 2021 konnte erstmals mehr als 150.000 Euro erbringen. „Wir sind überwältigt, dass die diesjährige Kampagne diese unglaubliche Summe eingebracht hat“, sagt Dr. Arne Schulze, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP). „Es ist die mit Abstand höchste Fördersumme, die wir seit Beginn unserer Kampagne im Jahr 2016 erreichen konnten.“ Die gesammelten Mittel fließen nun in effektive Schutzmaßnahmen für hochbedrohte Krokodilarten auf Kuba, auf den Philippinen, auf Borneo und in Nepal.

Und auch der Tiergarten Kleve, der sich derzeit im Wandel zum modernen Natur- und Artenschutzzentrum befindet, hat sich an der Kampagne beteiligt. Tiergartenleiter Martin Polotzek: „Artenschutz ist eine der wichtigsten Hauptaufgaben eines modernen Zoos. Und so haben wir dieses Jahr zum ersten Mal einen Artenschutztag im Tiergarten Kleve veranstaltet und dabei Spenden für die Kampagne „Zootier des Jahres“ gesammelt. Doch dies ist nicht das einzige Artenschutzprojekt, welches wir in diesem Jahr unterstützt haben. Auch das „Red Panda Forest Guardians Programm“, welches sich um den Schutz der Roten Pandas bemüht, haben wir dieses Jahr mit einer Spende aus eigenen Mitteln gefördert. Um zukünftig aber noch mehr Artenschutzprojekte unterstützen zu können, führen wir ab dem 1.1.2022 einen Artenschutz- und Ausbaueuro ein. Das heißt, dass wir zukünftig von jedem verkauften Tagesticket 50 Cent an Artenschutzprojekte spenden und 50 Cent für den Ausbau des Klever Tiergartens verwenden. Bei den Jahreskarten ist dieser Betrag noch deutlich größer.“

Doch nicht nur durch finanzielle Mittel engagiert sich der Tiergarten Kleve für den Artenschutz. Auch die Beteiligung an der Erhaltungszucht gefährdeter Tierarten wird im Tiergarten Kleve großgeschrieben. So sind mit Kugelgürteltieren, Lisztaffen und Maras dieses Jahr neue, bedrohte Tierarten in den Familienzoo am Niederrhein gezogen. Und auch beim Roten Panda, der von der IUCN Roten Liste als „stark gefährdet“ eingestuft wird, hofft der Tiergarten Kleve auf ein neues Weibchen, um wieder an alte Zuchterfolge anknüpfen zu können. Polotzek: „Die Erhaltungszucht von gefährdeten Tieren in zoologischen Gärten ist ein wichtiges Mittel im Artenschutz. So gäbe es ohne solche Projekte einige Tierarten wie beispielsweise das Przewalskipferd, welches auch bei uns im Tiergarten Kleve zu sehen ist, nicht mehr. Daher haben wir dieses Jahr schon zahlreiche bedrohte, neue Tierarten in die Schwanenstadt geholt und planen für die kommenden Jahre noch viele weitere neue, gefährdete Tierarten für unseren Familienzoo am Niederrhein. Hierfür stehen wir im Austausch und in Kooperationen mit zahlreichen anderen Zoos in ganz Europa.“

Artenschutz ist eine wichtige Aufgabe moderner Zoos

Und so konzentriert sich beispielsweise der Kölner Zoo, ebenfalls Partner der diesjährigen Kampagne, auf die Zucht des Philippenkrokodils- eine mittelgroße Krokodilart, die in ihrem Heimatland, den Philippinen, von der Ausrottung bedroht ist.

Auf den Philippinen leben nur wenige genetisch getestete Tiere in den Zuchtstationen, wodurch der Europäische Zoobestand besonders wertvoll für den Arterhalt wurde, denn reinerbige Tiere sind eine Grundvoraussetzung für die Wiederansiedlung. Die Haltung der Tiere ist aufwendig und kompliziert. Hinzu kommt, dass Philippinenkrokodile erst mit 10 - 15 Jahren geschlechtsreif werden, was eine lange Generationsdauer zur Folge hat. Dies bedeutet, dass es viele Jahre dauert, bis eine stabile Population in menschlicher Obhut aufgebaut ist und an eine Wiederansiedlung gedacht werden kann. Seit Beginn der Zuchtbemühungen in Europa konnte die Anzahl durch Nachzuchterfolge in verschiedenen Zoologischen Gärten von anfangs 15 auf mittlerweile 51 Tiere erhöht werden.

Ende Dezember 2020 war es dann erstmals soweit: zwei Philippinenkrokodilnachzuchten aus dem Kölner Zoo traten die Reise in ihr ursprüngliches Heimatland an. Sie werden auf den Philippinen ihren Beitrag dazu leisten, eine reinerbige Philippinenkrokodilpopulation zu gründen, mit dem Ziel der Wiederansiedlung im Siplas Naturschutzgebiet. Mit der finanziellen Unterstützung durch die „Zootier des Jahres“-Kampagne werden dafür neue, sogenannte „soft-release“-Anlagen und eine weitere Nachzuchtstation direkt in dem Schutzgebiet gebaut. Zudem soll ein Zentrum für Umweltbildung, sowohl für Einheimische als auch für Touristen, entstehen und ein Konzept für nachhaltigen Tourismus in der Region umgesetzt werden.

„Das ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie von Zoos koordinierte Erhaltungszuchtprojekte aktiv zu In-situ-Schutzmaßnahmen beitragen oder, wie in diesem Fall, überhaupt erst möglich machen“, sagt der Kölner Aquariumsleiter Prof. Dr. Thomas Ziegler, der auch Regionaler Vorsitzender der IUCN „Crocodile Specialist Group“ in Europa ist. Durch die gezielte Kombination von Nachzucht in menschlicher Obhut und gleichzeitiger Vorbereitung optimaler Lebensbedingungen im Ursprungshabitat, wird so das bestmögliche zum Schutz bedrohter Arten umgesetzt. „Ganz im Sinne des „One Plan Approaches“, der das effektive Zusammenwirken von In-situ- und Ex-situ-Maßnahmen und Expertengruppen empfiehlt.“

Wer die neuen bedrohten Tierarten wie die Lisztaffen, Gürteltiere und Maras im Tiergarten Kleve erleben möchte, kann das täglich von 9-17 Uhr tun. Für alle Gäste ab 16 Jahren gilt aktuell die 2G-Regel (geimpft oder genesen). In den Weihnachtsferien (bis einschließlich zum 9.1.22) gilt zusätzlich für alle Kinder von 6 bis 15 Jahren die 3G-Regel (geimpft oder genesen oder getestet). Der entsprechende Nachweis wird an der Kasse kontrolliert, im Anschluss können ganz normal die Tickets gekauft werden. Für Kinder bis einschließlich 5 Jahren gelten diese Regeln nicht.

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